Die Gartenstadt
"Am Oberrhein, in Weil- Leopolshöhe, dort wo die
Landesgrenzen von Deutschland, Frankreich und der Schweiz
zusammenstoßen, ist in den letzten Jahren eine Siedlung
entstanden, die ohne Zweifel zu den schönsten in ganz
Deutschland gerechnet werden kann", schreibt 1926 die
sozialdemokratische Zeitung "Volksstimme"
Heute steht die Gartenstadt unter Denkmalschutz, da sie
die einzige ihrer Art ist, die fast vollständig erhalten wurde.
Nur die wenigsten Weiler wissen heute noch etwas über die
Entstehung der Gartenstadt.
| Dabei gehört diese
Entwicklung gerade mit zu den wichtigsten Kapiteln der
Stadtgeschichte, verwandelte sich doch das ehemalige
Rebdorf in eine Stadt. Durch den Ausbau der Eisenbahn und des Güterbahnhofs wurden immer mehr Arbeiter benötigt. Zeitweise waren es bis zu 10 000. Sie alle brauchten natürlich Wohnraum. Bis 1913 durften sie im wesentlichen steuerfrei in Basel wohnen. Danach verzichtete Baden gegen eine Ablösesumme auf dieses Steuerrecht. |
![]() Die Gartenstadt |
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| Es wurden
jetzt dringend Wohnungen gebraucht. Unweit vom Bahnhof
und der Zollstation wurde auf dem Gewann Weißenmarkstein
der Grundstein gelegt. Planer war Professor Lorenz aus Karlsruhe. Er konzipierte die Gartenstadt, eine damals sehr weit verbreitete Form der Arbeitersiedlung. Es gab keine größere Stadt dieser Zeit, in der nicht "Gartenstädte" entstanden. Sinn des Konzeptes war es, den schwer arbeitenden, sozial schwachen Bevölkerungsschichten zu erschwinglichen Preisen, in Verbindung mit der Natur, freundliche, helle Wohnungen zu bauen. |
![]() Die Leopoldschule (1925 eingeweiht) |
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Bauherrin war die Gemeinnützige Baugenossenschaft
Haltingen- Weil mit Unterstützung der großherzoglichen
Eisenbahnverwaltung. Dem Solidaritätsgedanken verbunden herrschte eine betont regelhafte Bebauung vor, die durch das Gradlinige Straßennetz unterstrichen wurde. Größere Vorgärten drängten die Häuser von der Straße zurück, dadurch erschienen die schmalen Straßen breiter und das ganze Stadtbild großzügiger und heller. |
![]() Der Marktplatz |
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Die Hausgärten lieferten einen Beitrag zur täglichen Versorgung und Erholung. Zentrale Achse des ersten Bauabschnitts war die Friedrichstraße. Wo sich heute ein Fischgeschäft befindet, war damals ein Konsum. Die Größe des Baus und seine Lage verdeutlichen die wichtige Funktion dieses Gebäudes. Die Konsumvereine wollten ihren Mitgliedern durch Großeinkäufe möglichst preisgünstige Waren anbieten - sichtbarer Ausdruck des Zusammengehörigkeitsgefühl der Gartenstadtsiedler.










